BMM 4. Runde – Bericht der 1. Mannschaft
Knapp vorbei ist auch daneben: 3,5 : 4,5 gegen Weiße Dame
Am Sonntag ging es für uns gegen die starke Truppe von Weiße Dame. Wir traten nahezu in Standardaufstellung an – mit Mankel, Figura, Rennoch, Nguyen, Semahin, Mai, Schulz und Verstärkung aus der Zweiten durch Michael Regel.
Der Start an Brett 6 versprach zunächst viel: Andy hatte sich ein prachtvolles „Hilfszentrum“ aus e4- und f4-Bauern gebaut. Der Gegner stand hinten drin, es sah nach einer einseitigen Partie zu unseren Gunsten aus. Doch die Optik täuschte. Andy übersah eine Taktik, die Qualität ging flöten und – als wäre das nicht genug – entschied er sich, den falschen Läufer gegen den Turm zu tauschen. Die einst schöne Stellung flog kompromisslos auseinander. 0:1.
Die prompte Antwort
Doch wir hatten ja noch Atila an Brett 2. In typischer Manier verzichtete er auf unnäheres Feuerwerk, zwang seinen Gegner positionell in eine trostlose Lage und sammelte die Bauern ein wie reife Früchte. Der verdiente Ausgleich zum 1:1.
Es folgte eine Phase der Ruhe: Sowohl Ralf als auch Volker einigten sich unspektakulär mit ihren Gegnern auf die Punkteteilung. Zwischenstand: 2:2.
Drama in der zweiten Zeitnotphase
Dann wurde es wild. An Brett 5 hatte Wowa eine ausgeglichene, symmetrische Englisch-Struktur auf dem Brett. Doch was solide aussah, brach innerhalb weniger Züge völlig zusammen. Plötzlich lagen wir 2:3 hinten.
Alle Augen richteten sich auf Brett 1. Lucas Gegner spielte gezielt auf dessen größte Schwäche:
Das Schlagen von Bauern, auch wenn sie vergiftet aussehen. Luca blieb sich treu, nahm den Bauern weg und öffnete damit zwar eine Linie gegen den eigenen König, schien jedoch alles unter Kontrolle zu haben. Dann setzte der Gegner zum vermeintlichen Damenfang an und opferte dafür sogar die Qualität. Doch nicht mit Luca! Er nahm das geopferte Material dankend an und kassierte gleich noch ein paar Bauern dazu. Er hatte nämlich weiter gerechnet als sein Kontrahent: Die Dame war gar nicht gefangen. Angesichts dieses Rechenfehlers musste der Gegner die Waffen strecken.
Die logische Konsequenz: 3:3.
Das bittere Ende
Michas Gegner informierte sich kurz über den Spielstand, woraufhin die Partie sofort beendet wurde – hier wollte niemand mehr ein unnötiges Risiko eingehen. Remis.
Damit stand es 3,5 : 3,5 und alles hing an Viet. Wer sich an den Anfang des Berichts erinnert, ahnt Böses: Viets mangelndes Verständnis für die strategischen Feinheiten der Französisch-Struktur hatte ihn früh in eine schlechte Stellung gebracht. Er kämpfte zwar vorbildlich, aber besser wurde es nicht mehr. Schlussendlich musste er sich geschlagen geben.
Endstand: 3,5 : 4,5.
Fazit: Nichts passiert!
Trotz der Niederlage halten wir es mit der Weisheit versierter Skatspieler, die gerade ein Einfach Karo verloren haben: „Nichts passiert!“
Denn die Ausgangslage für den Rest der Saison ist jetzt glasklar: Da Weiße Dame ohnehin kein direkter Konkurrent war, haben wir lediglich die Option auf das eine oder andere taktische 4:4 verwirkt. Ab jetzt gibt es kein Taktieren mehr – jetzt zählen nur noch Siege!
