Luca Mankel gewinnt das Qualifikationsturnier der Berliner Einzelmeisterschaft
Friesen räumen ab! Ein wahrhafter Erfolg bei der Berliner Einzelmeisterschaft
Unter der elfköpfigen Delegation, bestehend aus Luca, Viet Anh, Ralf, Stefan Krüger, Siegfried Stein, Klaus, Boris, Ilja, Oleksandr, Lucas und Jonas, haben wir uns an das Qualifikationsturnier der Berliner Einzelmeisterschaft getraut. Das neuntägige Turnier, welches vom 04. April bis zum 12. April stattfand, trommelte alle Berliner Schachfreunde zusammen, um zu erfassen, wer nächstes Jahr in der M-Klasse, der absoluten Königsklasse, antreten darf. Die Friesen waren hierfür sehr breit und stark aufgestellt. Mit der Startnummer 1 war Ralf als Elo-Favorit in das Turnier gestartet. Dicht dahinter auf Startnummer 7 folgte Luca, was ihn ebenfalls zu einem der Favoriten machte. Auf den Positionen 16 und 20 durften ich und Klaus starten. Darauf folgten im Mittelfeld auf 56 Stefan, auf 64 Siegfried und auf 83 Boris. Unsere Jugendtruppe, bestehend aus Lucas, Ilja und unseren beiden Neuzugängen Oleksandr und Jonas, startete auf den Plätzen 94, 100, 102 und 110.

Boris, Ralf, Luca, Jonas, Stefan
Die ersten Runden: Interne Duelle und das Schweizer Gambit
Mit großen Ambitionen auf Ruhm starteten wir in die erste Runde, in der es direkt zu einer Überraschung kam. Wie im Vorjahr wurde im beschleunigten Schweizer System gespielt, allerdings mit dem wesentlichen Unterschied, dass das Feld diesmal gedrittelt und nicht halbiert wurde. Das führte sofort zu den ersten Friesen-Duellen, die auf jeden Fall nicht die letzten sein sollten. Ralf durfte gegen Klaus antreten, was nach ein paar sehr spannenden, spektakulär kämpferischen Zügen nach weniger als 15 Zügen in einem Remis endete. Boris spielte gegen unseren Neuzugang Oleksandr, was schlussendlich ebenfalls unentschieden endete. Luca musste sich leider auch mit einer Punkteteilung zufriedengeben, nachdem er laut eigener Aussage so oft die Chance auf den Sieg hatte, dass langes Abwarten am Ende nur noch zum Remis führte. Da die ersten Siege in der ersten Runde aber natürlich nicht ausbleiben durften, trugen Stefan und ich die ersten vollen Punkte ein. Siegfried beendete seine Partie mit einem Unentschieden, während sich unsere restlichen Kämpfer leider geschlagen geben mussten.
In Runde zwei lief es für die Friesen relativ durchwachsen. Luca und ich konnten an den vorderen Brettern volle Stärke zeigen und weitere Siege einfahren. Währenddessen wurde aber auch von hinten aufgeräumt, denn Boris und unser Neuzugang Oleksandr überzeugten mit zwei weiteren Siegen. Für Ralf war ein weiteres Remis zu notieren und Lucas sicherte sich ebenfalls seinen ersten halben Punkt. Der Rest musste sich leider geschlagen geben.
Weiter ging es in Runde drei, wo es zu einer weiteren Spitzenpaarung kam. Ich musste gegen einen der Turnierfavoriten ran, wich nach gründlicher Vorbereitung leider schon im ersten Zug ab und musste sehr schnell die Hand reichen. Luca hingegen machte dem Schweizer Gambit alle Ehre und gewann eine weitere Partie. Stefan hinterließ ebenfalls einen guten Eindruck und siegte als Underdog. Weitere volle Punkte kamen von Siegfried, Klaus, Oleksandr, Lucas und Ilja. Ralf stand mal wieder grundsolide und klammerte sich an das nächste Remis. Für Jonas gab es auch etwas Besonderes zu feiern: sein allererstes Remis überhaupt! Ein durchweg guter Tag für die Friesen.
Spannung im Mittelteil des Turniers
Die vierte Runde begann und Luca überzeugte mit absoluter Präzision gegen den jungen Kreuzberger. Für mich ging es in das nächste Friesen-Duell, bei dem ich gegen Stefan Krüger gutmütig ein Remis geschenkt bekam, was meine Gewinnambitionen in diesem Turnier weiterhin am Leben hielt. Ralf trug den ersten vollen Punkt ein und Klaus sicherte das Remis nach einer sehr spannenden Partie. Für den Rest sah es leider etwas schlechter aus; die einzige Eins auf dem Ergebnisformular war nur noch bei Ilja zu vermerken.
Leider musste Klaus in der fünften Runde aussteigen und wir machten mit einem Friesen weniger weiter. Luca spielte ein schnelles Remis gegen Ingo Stark, was bedeutete, dass er für die anvisierten 7,5 Punkte in diesem Turnier nur noch ein einziges Remis abgeben durfte. Ich trug nach relativ einfachem Spiel einen weiteren Sieg ein, wodurch mein Ziel, in den ersten beiden Reihen zu bleiben, erreichbar blieb. Ralf, unser Remisgott, ergriff mal wieder den nächsten halben Punkt und Lucas trug den nächsten vollen ein. Für die anderen lief es leider nicht so gut, aber wir schlugen uns weiterhin sehr wacker.
An Brett 1 kam es in der sechsten Runde zu einem erneuten Aufeinandertreffen für Luca. Der Schachfreund Bernd Daverkausen von der SG Narva durfte sich wieder beweisen. Das gelang ihm jedoch nicht, denn nach einer hochtaktischen Partie beanspruchte Luca den Sieg für sich und führt nun 2:0 gegen unseren Schachfreund. Ich durfte gegen Luca’s Viertrunden-Gegner antreten. Nach einer Anpassung von Luca’s Eröffnung konnte ich schnell einen strategischen Vorteil verbuchen. Mein Gegner machte danach nur noch unvorteilhafte Züge, was für mich den Sieg bedeutete. Stefan setzte sich weiterhin durch und gewann überzeugend. Ralf musste leider seinen ersten Verlust eintragen. Siegfried gewann in seiner Favoritenrolle, Boris erzielte seinen nächsten halben Punkt und Jonas gewann tatsächlich seine erste Turnierpartie!
Das nervenzerreißende Finale
Die siebte Runde war dann etwas dramatischer. Luca musste sich mit einer erzwungenen Stellungswiederholung zufriedengeben und ich verlor meine Partie im letzten kritischen Moment. Ralf spielte das nächste Remis und Lucas durfte sich über einen Sieg gegen einen nominell deutlich stärkeren Spieler freuen. Im nächsten vereinsinternen Duell zwischen Siegfried und Ilja musste Siegfried gegen unseren Nachwuchs die weiße Flagge schwingen.
In der vorletzten Runde ging es nun um alles. Luca trat gegen meinen Gegner aus der siebten Runde an, behielt nach einem frustrierten Angriff seines Gegenübers die Nerven, zeigte seine enorme Spielstärke und blieb voll auf Kurs. Ich durfte weiterhin an den vorderen Brettern spielen und wurde meiner Favoritenrolle gerecht: Mein Gegner verschlechterte seine Stellung von selbst immer weiter und nutzte dabei die schlechte Taktik, extrem viel Zeit zu verbrauchen. Mein Glücksformular erwies sich als wahrer Glücksbringer. Ralf verlor leider seine nächste Partie. Im weiteren Friesen-Duell zwischen Lucas und Stefan kam es nach tiefen Blicken und vielem Lächeln zu einer Einigung auf Remis. Siegfried versuchte es weiterhin und spielte unentschieden. Boris gewann seine nächste Partie, natürlich gefolgt von Oleksandr.
Bevor wir zum Spiel um den Turniersieg kommen, blicken wir auf die restlichen Partien der Schlussrunde. Ich gewann meine Partie sehr schnell, nachdem mein Gegner eine Figur einstellte, womit mir meine A-Klassen-Berechtigung mit 6,5 Punkten gesichert war. Lucas spielte ebenfalls hervorragend und landete am Ende bei starken 5 Punkten. Stefan holte sich den nächsten Punkt und belegte mit 5 Punkten einen hervorragenden 42. Platz. Ilja spielte Remis und Ralf gewann seine Partie. Oleksandr konnte sich leider nicht durchsetzen, spielte aber mit 3,5 Punkten ein gutes Turnier. Boris gewann auch seine letzte Partie und errang mit 4 Punkten ein solides Turnierergebnis.
Es blieb also nur noch die große Frage übrig, wie die Partie bei Luca ausging. Nachdem Luca und ich in der Nacht zuvor noch bis um Mitternacht im Restaurant am Alexanderplatz saßen und seinen Gegner unter die Lupe nahmen, stellten wir schnell fest, dass dieser eine ziemliche Wundertüte ist. Dies zeigte sich dann auch auf dem Brett, wo Luca überzeugend gewinnen und seinen Gegner zum Schluss sogar Matt setzen konnte. Unter großem Jubel durften wir unseren Friesen zum Turniersieger krönen und mit satten 7,5 Punkten einen weiteren Kontrahenten in der M-Klasse begrüßen.
Ein wahrer Preisregen
Und es wurde sogar noch besser, denn wir holten nicht nur einen Preis, sondern gleich fünf! Meine 6,5 Punkte reichten für ein Top 8 Finish, während unsere Nachwuchstalente in den Ratingspreiskategorien mächtig abräumten. Lucas gewann den dritten Platz für Spieler unter 1500 TWZ. Ilja konnte sich den zweiten Preis und Oleksandr den dritten Preis in der Kategorie unter 1300 TWZ sichern. Die Friesen haben also wirklich restlos alles abgeräumt.
Das Turnier lässt sich als voller Erfolg verzeichnen. Vom Turniersieg bis hin zu herausragenden Preisen und durchweg guten Ergebnissen war alles mit dabei. Die starken Friesen haben mal wieder gezeigt, dass unsere Nachwuchstalente ganz vorne mitspielen und unsere erfahrenen Spieler niemals zu unterschätzen sind. Ich hoffe, dass dies der Beginn einer wahrhaften Serie wird und denke, dass der gesamten Delegation das Turnier sehr viel Spaß gemacht hat. Dann also bis zum nächsten Jahr, wo wir hoffentlich wieder sehr stark auftreten werden und wir unser Brett 1 in der Meisterklasse an den Live-Brettern beobachten dürfen.
Ergebnisse:
Qualifikationsturnier
Meisterklasse




